Madas VIIe TS Semis

SHBS Mitglieder stellen Ihre Sammlung vor

Heute: die Madas VIIe TS Semis, vorgestellt von Gérard Schmid

9-7-12 Madas VIIe TS Semis 10743 (1927), Sammlung G. Schmid 2017

Die Langen Madas von H.W. Egli, Wollishofen haben in der Geschichte der mechanischen Rechenmaschinen unbestrittene Meilensteine gesetzt.

1913 ist es Egli gelungen, die erste Rechenmaschine, die automatisch dividieren kann, zu kommerzialisieren. Die Schlüsselfigur hinter diesem Meisterwerk war der Erfinder Erwin Jahnz.

1927 brachte die Firma Egli eine bahnbrechende Rechenmaschine auf den Markt, die, nicht nur dividieren, sondern auch automatisch multiplizieren konnte, den legendären VIIe T Tomis Superautomaten. Die Schlüsselfigur hinter diesem zweiten Meisterwerk war der Erfinder Heinrich Suter; ein mysteriöser hochbegabter Mechaniker von Horgen, von dem man heute im Wesentlichen nur seine Unterschrift unter sechsundzwanzig Patenten kennt.

Nachdem Heinrich Suter mit der Tomis, die Geschichte der Langen Madas zum Höhepunkt gebracht hatte, öffnete er, anfangs der dreissiger Jahre, den Weg zu der grossartigen neuen Generation des vollautomatischen Portablen der Serie A. Seine mythische Triplex 20AT von 1935 ist für die meisten Rechenmaschinen Sammler ein Begriff.

Danach hatten die Langen Madas immer mehr Mühe neben den neuen Portablen der Serie A zu überleben, bis sie nicht mehr mit der neuen Technologie Schritt halten konnten. Ihr Trost: sie wurden als hoch begehrte Sammler Objekte für immer promoviert.

Die Agentur „The Imperial Import Company, Amsterdam“ bot 1934 die halb automatische VIIe TS Semis immer noch an. Es ist auch bemerkenswert, dass die Ur-Eglis „Millionair Rekenmachines“ von 1895 immer noch auf Wunsch bestellbar waren ! Bildquelle: Sammlung Michael Lewin, Darmstadt

Heinrich Suter war ein vorsichtiger Mechaniker. Um Kinderkrankheiten bei seiner neuen Kreation möglichst zu vermeiden, operierte er immer sequenziell. Ein Jahr zuvor teste er ein paar Grund Ideen von seinem Superautomaten, mit einer halb automatischen multiplizierenden Maschine, eben dieser VIIe TS Semis.

Eine Glanzleistung war, dass er diese neue mechanische Komplexität in dem exakten ursprünglichen 49 x 25 cm Standard Format von der 9-7-12 Langen Madas unterbringen konnte. Der Staffelwalzen Rechnerblock, der Schlitten, sowie die Tastatur sind grundsätzlich die originalen modularen Komponenten der Malta von 1922.

Wie war das möglich ?

Dabei konnte er eine sehr vorteilhafte Konstruktion Topologie der Malta für seine Zwecke geschickt ausnützen. In der Tat, der Rechnerblock der Malta lässt, unten dem Division Mechanismus, einen idealen Raum von 12 x 7.5 x 5 cm völlig frei, um die Multiplikation Steuermechanik unterzubringen !

Ohne diesen glücklichen Umstand, wäre es nie möglich gewesen, die Semi-und Super Automaten auf die historische modulare Linie von den Langen Madas Modellen zu bauen, was zweifellos erhebliche Herstellungskosten Senkungen für die neuartigen Maschinen brachte.

Zusammengefasst, die wichtigste Voraussetzung war vorhanden; es brauchte nur noch einen genialen Mechaniker.

Links: Der wertvolle freie Raum unter der Division Steuermechanik einer Malta, der Heinrich Suter erlaubte, die Multiplikation Tastatur der Semis unterzubringen. Bild: VII T Malta 11386
Rechts: Die einzigartige Sequenz der zwei verschobenen Zahlenreihen der Multiplikation Tastatur der Semis 10743.

Der Schlitten der halb automatischen Semis kann sich nicht selbstständig nach rechts bewegen. Es fehlt ihm die nötige rechts ziehende Spiralzugfeder Einrichtung, eine Einmaligkeit der Tomis Superautomaten.

Aus diesem Grund muss der Schlitten bei der Ausführung einer halb automatischen Multiplikation, nach rechts manuell stufenweise mit der linken Klemme, entsprechend der Anzahl der Dezimalen des Multiplikators verschoben werden. Der Multiplikand wird auf die Haupttastatur und der Multiplikator auf die Multiplikation Tastatur eingetippt. Bei jedem Drücken auf die Multiplikation Tastatur aktiviert eine Rückkopplung Stange den Betrieb Schalter. Der Schlitten bewegt sich dann selbstständig schrittweise nach links. Das Resultat der Multiplikation erscheint auf dem Hauptregister. Der eingetippte Multiplikator erscheint auf dem Umdrehung Zählwerk.

Aussen Rückkopplung Drehstange zwischen der Multiplikation Tastatur und dem Betrieb Kupplung Schalter, eine Entwicklung von Heinrich Suter für seine Semi-und Superautomaten
Hat einmal die Semis 10743 dem berühmten Pionier Schreibmaschinen Mechaniker Louis-Marius Campiche (1868-1939) gehört ? L-M Campiche hatte in Lausanne die Hauptvertretung der Hermès Schreibmaschinen von Paillard. Recherchen von G. Sommeregger haben gezeigt, dass er auch Viktor sowie Marchant Rechenmaschinen verkaufte. Hinweise, dass er Madas Rechenmaschinen vertrat, gibt es aber nicht. Bei der Geschäftsübernahme durch die Erben wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft (L.M. Campiche S.A.) umgewandelt. Der Schild wurde nach 1939 auf eine Maschine aufgeschraubt, die 1926 gebaut worden ist. Siehe G. Sommeregger: https://typewriters.ch/Switzerland/louis-marius_campiche.html

 

Der unverkennbare Aussenbord Motor sämtlicher elektrischen Madas, die vor 1927 gebaut worden sind.
Die VIIe TS Semis 10743 ist auch der Stolz meines treuen Mitarbeiters. Er bemängelt aber immer wieder ihren hohen Lärmpegel.

Die halb automatische Semis ist eine elektrische Lange Madas mit allen Eigenschaften der Maschinen der Firma H.W. Egli. Sie ist massiv, robust, nachhaltig und sehr laut. Die starken Vibrationen bei der Durchführung einer semi-automatischen Multiplikation sind aber nicht in der Lage, die 20 kg schwere Maschine auf einem Tisch ins Rutschen zu bringen !

Addendum

Mein langjähriger Mitarbeiter möchte noch kurz auf die Erscheinung des ersten Buches über A.W. Egli von Gérald Saudan hinweisen, eines bemerkenswerten Nachschlagewerkes über die Geschichte der Firma und den Maschinen von Wollishofen.

Dieses hochqualitative Buch ist für den Preis von 29.- Fr plus Versandkosten, auf der Webseite des Autors, madas.ch, im Menü unter „The Book“ zu bestellen.

(Format A4, 144 Seiten, Englisch, mit sehr vielen neuen Erkenntnissen, sowie packenden historischen und technischen Photographien !)

Vielen Dank an Gérard für diesen Beitrag, und Herrn Lewin für das Zur-Verfügung-Stellen der Fotos der Ausstellung!

Haben Sie Fragen oder Kommentare für den Autor Gerard Schmid? Klicken Sie hier.

Wenn auch Sie Ihre Schätze vorstellen wollen, schreiben Sie gerne dem Webmaster.

 

SHBS Ausflug Spitzerausstellung Appenzell

SHBS-Präsident Jürgen Moser lud die SHBS-Mitglieder zum Besuch der von ihm kurierten und seinen Sammlungsstücken reichst bestückten Ausstellung von Spitzmaschinen im Museum Appenzell. Am 30. September 2017 war es, heiss erwartet, endlich soweit.

Jürgen, wir danken Dir herzlich für die Einladung und überragende Führung.

Sehen Sie in der Folge einen Bildbericht. Vielen Dank an Ulrike Klauser für die schönen Fotos! (Diaschau: auf die Pfeile < > in der rechten unteren Bildecke drücken)

Alle Bilder: © U. Klauser 2017

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SHBS Hock September 2017 in Pfäffikon ZH

Liebe Clubfreunde

Am 1. September 2017 referierte Frau Erika Michaelis für den SHBS zum Thema “Schriftsteller und ihre Schreibmaschinen”. Herzlichen Dank Frau Michaelis!

Bitte finden Sie anbei den Hockbericht aus der bewährten Hand von Walter Morf. Vielen Dank Walter für den schönen Bericht!

20170901_SHBS-Hock_Pfäffikon (pdf)

SHBS Hock Juli 2017 in Schönbühl BE

Es war ein heisser Sommertag… und dementsprechend gross die Freude, bei einem kühlen Bier und sich neigendem Tag auf der Terrasse des Gasthofs Schönbühl in Schönbühl BE unsere Vereinsfreundschaft zu pflegen…  Thema war diesmal “Klein aber fein (zierliche und raffinierte Objekte)”, und man sollte nicht glauben, welche Kleinode nach einigem Zögern aus den Taschen gezogen und auf der Tafel präsentiert wurden… Hier einige Bildeindrücke zum Nachschauen auch für diejenigen, die heute nicht dabei sein konnten.

herzlichen Gruss, Georg Sommeregger

Madas IX Maxima – Spitzname “Mad Max”

SHBS Mitglieder stellen Ihre Sammlung vor

Heute: die Madas IX Maxima „Mad Max“, vorgestellt von Gérard Schmid

Madas IX Maxima, Seriennummer 5775, Sammlung G. Schmid 2017

Diese wunderschön patinierte IX Maxima 5775 wurde vom Rechenmaschinensammler Cris Vande Velde, Antwerpen, in seiner Heimat entdeckt.

Aus Faszination für die ungewöhnliche Breite dieser Rechenmaschine von H.W. Egli, entschied er sich, sie „Mad Max“ zu taufen ! http://www.crisvandevel.de/MADMAX.htm

Die Maschine wurde in Wollishofen sehr wahrscheinlich 1924 gebaut, nach Belgien verfrachtet und von Eglis Vertreter, A. Middegaels in Bruxelles, verkauft.

90 Jahre danach kehrte „Mad Max“ wieder in ihre Heimat zurück.

Der langjŠährige Egli Vertreter A. Middegaels, agent gŽénéŽral pour la Belgique, Bruxelles.
Ausstellungsraum von A. Middegaels an der 9. Messe von Bruxelles, 1928. Bild aus der Dokumenten Sammlung von Michael Lewin, Darmstadt.
“Sa construction est au-dessus de toute critique de bonne foi!”
Der immer wieder faszinierende 9-Staffelwalzenzug der Maxima aus massivem Messing.
Die 1893 gegrŸündete Firma von H.W. Egli wurde 1918 zu einer Aktiengesellschaft.

Auf den ersten Blick scheint ” Mad Max” eine ganz gewöhnliche Maxima zu sein. Sie ist es aber nicht und verdient wohl ihren Spitznamen.

Die Maschine besitzt eine Vorrichtung, die das Resultatregister in zwei unabhängige Teile zwischen den Stellen 5 und 6 trennt.

Der seltene Drehknopf zwischen den Fenstern 5 und 6 des Resultatregisters einer 9-9-16 Madas.

Ein Drehknopf erlaubt, je nach Einstellung, das ganze Resultatregister zu löschen, oder nur die fünf ersten Stellen von rechts.

Der drehbare Knopf steuert die partiale Löšschung des Resultatregisters.

Dies erlaubt zum Beispiel, die Resultate einer Reihe von Multiplikationen, jedes Mal ab der sechsten Stelle links zu übertragen und zu summieren, indem man jedes Multiplikationsresultat löschen kann, ohne die Summe zu löschen.

„Mad Max“ stellt einen frühen Prototyp einer Buchhaltungsmaschine dar.

Nach heutigen Kenntnissen wurde eine sehr geringe Anzahl Maxima mit der partialen Löschvorrichtung versehen. Alle bis heute bekannten Maxima mit diesem Merkmal scheinen nur 1924 gebaut worden zu sein.

Es ist aber zu bemerken, dass die partiale Löschvorrichtung bei den längeren 11-9-16 Maschinen von H.W. Egli üblich ist.

Mit dem Wagen vollständig nach rechts verschoben, ist die Maxima bereit fŸür eine automatische Division. Die superlange Madas hat jetzt eine Breite von 85 cm!

Als Cris Vande Velde diese Maschine erworben hatte, fehlte ihr der vernickelte Umdrehungszählwerk Löschknopf.

Der ursprüŸnglich fehlende Löšschhebel des UmdrehungszählŠwerks; Bild von Cris Vande Velde, 2014

Als Hobbyschlosser entschied er sich einen neuen Löschknopf für „Mad Max“ auf seiner Drehbank anzufertigen.

Der fehlende Lšöschhebel wird auf einer Drehbank neu angefertigt; Bild von Cris Vande Velde, 2014.
Links, der erfolgreiche neu vernickelte angefertigte Lšöschhebel des UmdrehungszäŠhlwerks; rechts der originale Lšöschhebel des Resultatwerks, als Farbvergleich; Bild von Cris Vande Velde, 2014.
“…and this is the machine ready for packaging to go on its way to the new owner.” Originales Bild und Kommentar von Chris van de Velde, Weihnachten 2014, http://www.crisvandevel.de/MADMAX.htm
“Mad Max”, Sammlung G. Schmid 2017.

Heute kann dieses Weihnachtsgeschenk aus Belgien in Kienberg besichtigt werden.

Ihr seid willkommen „Mad Max“ einen Besuch zu abzustatten !

Vielen Dank an Gérard für diesen Beitrag!

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Wenn auch Sie Ihre Schätze vorstellen wollen, schreiben Sie gerne dem Webmaster.

 

Sonderausstellung “Ausgerechnet!” im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte

Auf Hinweis unseres Mitglieds Hans Kordetzky, mit vielem Dank!

http://www.uhrenmuseum-glashuette.com/presse/pressemitteilungen/09062017-sonderausstellung-ausgerechnet-erfolgreich-eroeffnet/

sowie

http://www.uhrenmuseum-glashuette.com/presse/pressemitteilungen/17052017-ausgerechnet/#c402

Beachten Sie dazu bitte auch den Bericht in der aktuellen Historischen Bürowelt (HBW)! Martin Reese, Eröffnung einer sehenswerten Ausstellung in Glashütte, der Wiege der deutschen Rechenmaschinen-Industrie, in: Historische Bürowelt, Nr. 108, Juli 2017, S. 30f.

 

 

Spitzen Spitzeraustellung im Museum Appenzell

SRF Tagesschau und Zeitungsbericht zur super Spitzer-Ausstellung von Jürgen Moser im Museum Appenzell!

SHBS, freue Dich! Präsident Jürgen Moser hat eine fantastische Ausstellung seiner Spitzmaschinen im Museum Appenzell kreiert, und wird darob gebührend gefeiert. So stellte sich das Schweizer Fernsehen SRF ein, was wiederum in einem sehr schönen Beitrag in der SRF Tagesschau vom Donnerstag, 22. Juni 2017, um 19:30 Uhr, resultierte, und zwar mit dem Titel: “Wenn der Spitzer zum Ausstellungsstück wird”

https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/wenn-der-spitzer-zum-ausstellungsstueck-wird?id=a25151f8-1a16-4d7d-9ca7-4131e674a408

Hier einige optische Eindrücke aus dieser Sendung (alle Bilder: © SRF 2017):

Damit nicht genug, auch in der Druckpresse fand die Ausstellung gebührend Niederschlag, und zwar im St. Galler Tagblatt vom 19. Juni 2017:

http://www.tagblatt.ch/nachrichten/panorama/der-spitzer-ist-spitze;art253654,5013498

Pdf-Version des Artikels © St. Galler Tagblatt 2017, mit freundlicher Genehmigung:

Der Spitzer ist spitze | St.Galler Tagblatt

Jürgen, vielen Dank, und wir gratulieren!