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Madas VIIe TS Semis

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Heute: die Madas VIIe TS Semis, vorgestellt von Gérard Schmid

9-7-12 Madas VIIe TS Semis 10743 (1927), Sammlung G. Schmid 2017

Die Langen Madas von H.W. Egli, Wollishofen haben in der Geschichte der mechanischen Rechenmaschinen unbestrittene Meilensteine gesetzt.

1913 ist es Egli gelungen, die erste Rechenmaschine, die automatisch dividieren kann, zu kommerzialisieren. Die Schlüsselfigur hinter diesem Meisterwerk war der Erfinder Erwin Jahnz.

1927 brachte die Firma Egli eine bahnbrechende Rechenmaschine auf den Markt, die, nicht nur dividieren, sondern auch automatisch multiplizieren konnte, den legendären VIIe T Tomis Superautomaten. Die Schlüsselfigur hinter diesem zweiten Meisterwerk war der Erfinder Heinrich Suter; ein mysteriöser hochbegabter Mechaniker von Horgen, von dem man heute im Wesentlichen nur seine Unterschrift unter sechsundzwanzig Patenten kennt.

Nachdem Heinrich Suter mit der Tomis, die Geschichte der Langen Madas zum Höhepunkt gebracht hatte, öffnete er, anfangs der dreissiger Jahre, den Weg zu der grossartigen neuen Generation des vollautomatischen Portablen der Serie A. Seine mythische Triplex 20AT von 1935 ist für die meisten Rechenmaschinen Sammler ein Begriff.

Danach hatten die Langen Madas immer mehr Mühe neben den neuen Portablen der Serie A zu überleben, bis sie nicht mehr mit der neuen Technologie Schritt halten konnten. Ihr Trost: sie wurden als hoch begehrte Sammler Objekte für immer promoviert.

Die Agentur „The Imperial Import Company, Amsterdam“ bot 1934 die halb automatische VIIe TS Semis immer noch an. Es ist auch bemerkenswert, dass die Ur-Eglis „Millionair Rekenmachines“ von 1895 immer noch auf Wunsch bestellbar waren ! Bildquelle: Sammlung Michael Lewin, Darmstadt

Heinrich Suter war ein vorsichtiger Mechaniker. Um Kinderkrankheiten bei seiner neuen Kreation möglichst zu vermeiden, operierte er immer sequenziell. Ein Jahr zuvor teste er ein paar Grund Ideen von seinem Superautomaten, mit einer halb automatischen multiplizierenden Maschine, eben dieser VIIe TS Semis.

Eine Glanzleistung war, dass er diese neue mechanische Komplexität in dem exakten ursprünglichen 49 x 25 cm Standard Format von der 9-7-12 Langen Madas unterbringen konnte. Der Staffelwalzen Rechnerblock, der Schlitten, sowie die Tastatur sind grundsätzlich die originalen modularen Komponenten der Malta von 1922.

Wie war das möglich ?

Dabei konnte er eine sehr vorteilhafte Konstruktion Topologie der Malta für seine Zwecke geschickt ausnützen. In der Tat, der Rechnerblock der Malta lässt, unten dem Division Mechanismus, einen idealen Raum von 12 x 7.5 x 5 cm völlig frei, um die Multiplikation Steuermechanik unterzubringen !

Ohne diesen glücklichen Umstand, wäre es nie möglich gewesen, die Semi-und Super Automaten auf die historische modulare Linie von den Langen Madas Modellen zu bauen, was zweifellos erhebliche Herstellungskosten Senkungen für die neuartigen Maschinen brachte.

Zusammengefasst, die wichtigste Voraussetzung war vorhanden; es brauchte nur noch einen genialen Mechaniker.

Links: Der wertvolle freie Raum unter der Division Steuermechanik einer Malta, der Heinrich Suter erlaubte, die Multiplikation Tastatur der Semis unterzubringen. Bild: VII T Malta 11386
Rechts: Die einzigartige Sequenz der zwei verschobenen Zahlenreihen der Multiplikation Tastatur der Semis 10743.

Der Schlitten der halb automatischen Semis kann sich nicht selbstständig nach rechts bewegen. Es fehlt ihm die nötige rechts ziehende Spiralzugfeder Einrichtung, eine Einmaligkeit der Tomis Superautomaten.

Aus diesem Grund muss der Schlitten bei der Ausführung einer halb automatischen Multiplikation, nach rechts manuell stufenweise mit der linken Klemme, entsprechend der Anzahl der Dezimalen des Multiplikators verschoben werden. Der Multiplikand wird auf die Haupttastatur und der Multiplikator auf die Multiplikation Tastatur eingetippt. Bei jedem Drücken auf die Multiplikation Tastatur aktiviert eine Rückkopplung Stange den Betrieb Schalter. Der Schlitten bewegt sich dann selbstständig schrittweise nach links. Das Resultat der Multiplikation erscheint auf dem Hauptregister. Der eingetippte Multiplikator erscheint auf dem Umdrehung Zählwerk.

Aussen Rückkopplung Drehstange zwischen der Multiplikation Tastatur und dem Betrieb Kupplung Schalter, eine Entwicklung von Heinrich Suter für seine Semi-und Superautomaten
Hat einmal die Semis 10743 dem berühmten Pionier Schreibmaschinen Mechaniker Louis-Marius Campiche (1868-1939) gehört ? L-M Campiche hatte in Lausanne die Hauptvertretung der Hermès Schreibmaschinen von Paillard. Recherchen von G. Sommeregger haben gezeigt, dass er auch Viktor sowie Marchant Rechenmaschinen verkaufte. Hinweise, dass er Madas Rechenmaschinen vertrat, gibt es aber nicht. Bei der Geschäftsübernahme durch die Erben wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft (L.M. Campiche S.A.) umgewandelt. Der Schild wurde nach 1939 auf eine Maschine aufgeschraubt, die 1926 gebaut worden ist. Siehe G. Sommeregger: https://typewriters.ch/Switzerland/louis-marius_campiche.html

 

Der unverkennbare Aussenbord Motor sämtlicher elektrischen Madas, die vor 1927 gebaut worden sind.
Die VIIe TS Semis 10743 ist auch der Stolz meines treuen Mitarbeiters. Er bemängelt aber immer wieder ihren hohen Lärmpegel.

Die halb automatische Semis ist eine elektrische Lange Madas mit allen Eigenschaften der Maschinen der Firma H.W. Egli. Sie ist massiv, robust, nachhaltig und sehr laut. Die starken Vibrationen bei der Durchführung einer semi-automatischen Multiplikation sind aber nicht in der Lage, die 20 kg schwere Maschine auf einem Tisch ins Rutschen zu bringen !

Addendum

Mein langjähriger Mitarbeiter möchte noch kurz auf die Erscheinung des ersten Buches über A.W. Egli von Gérald Saudan hinweisen, eines bemerkenswerten Nachschlagewerkes über die Geschichte der Firma und den Maschinen von Wollishofen.

Dieses hochqualitative Buch ist für den Preis von 29.- Fr plus Versandkosten, auf der Webseite des Autors, madas.ch, im Menü unter „The Book“ zu bestellen.

(Format A4, 144 Seiten, Englisch, mit sehr vielen neuen Erkenntnissen, sowie packenden historischen und technischen Photographien !)

Vielen Dank an Gérard für diesen Beitrag, und Herrn Lewin für das Zur-Verfügung-Stellen der Fotos der Ausstellung!

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Madas IX Maxima – Spitzname “Mad Max”

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Heute: die Madas IX Maxima „Mad Max“, vorgestellt von Gérard Schmid

Madas IX Maxima, Seriennummer 5775, Sammlung G. Schmid 2017

Diese wunderschön patinierte IX Maxima 5775 wurde vom Rechenmaschinensammler Cris Vande Velde, Antwerpen, in seiner Heimat entdeckt.

Aus Faszination für die ungewöhnliche Breite dieser Rechenmaschine von H.W. Egli, entschied er sich, sie „Mad Max“ zu taufen ! http://www.crisvandevel.de/MADMAX.htm

Die Maschine wurde in Wollishofen sehr wahrscheinlich 1924 gebaut, nach Belgien verfrachtet und von Eglis Vertreter, A. Middegaels in Bruxelles, verkauft.

90 Jahre danach kehrte „Mad Max“ wieder in ihre Heimat zurück.

Der langjŠährige Egli Vertreter A. Middegaels, agent gŽénéŽral pour la Belgique, Bruxelles.
Ausstellungsraum von A. Middegaels an der 9. Messe von Bruxelles, 1928. Bild aus der Dokumenten Sammlung von Michael Lewin, Darmstadt.
“Sa construction est au-dessus de toute critique de bonne foi!”
Der immer wieder faszinierende 9-Staffelwalzenzug der Maxima aus massivem Messing.
Die 1893 gegrŸündete Firma von H.W. Egli wurde 1918 zu einer Aktiengesellschaft.

Auf den ersten Blick scheint ” Mad Max” eine ganz gewöhnliche Maxima zu sein. Sie ist es aber nicht und verdient wohl ihren Spitznamen.

Die Maschine besitzt eine Vorrichtung, die das Resultatregister in zwei unabhängige Teile zwischen den Stellen 5 und 6 trennt.

Der seltene Drehknopf zwischen den Fenstern 5 und 6 des Resultatregisters einer 9-9-16 Madas.

Ein Drehknopf erlaubt, je nach Einstellung, das ganze Resultatregister zu löschen, oder nur die fünf ersten Stellen von rechts.

Der drehbare Knopf steuert die partiale Löšschung des Resultatregisters.

Dies erlaubt zum Beispiel, die Resultate einer Reihe von Multiplikationen, jedes Mal ab der sechsten Stelle links zu übertragen und zu summieren, indem man jedes Multiplikationsresultat löschen kann, ohne die Summe zu löschen.

„Mad Max“ stellt einen frühen Prototyp einer Buchhaltungsmaschine dar.

Nach heutigen Kenntnissen wurde eine sehr geringe Anzahl Maxima mit der partialen Löschvorrichtung versehen. Alle bis heute bekannten Maxima mit diesem Merkmal scheinen nur 1924 gebaut worden zu sein.

Es ist aber zu bemerken, dass die partiale Löschvorrichtung bei den längeren 11-9-16 Maschinen von H.W. Egli üblich ist.

Mit dem Wagen vollständig nach rechts verschoben, ist die Maxima bereit fŸür eine automatische Division. Die superlange Madas hat jetzt eine Breite von 85 cm!

Als Cris Vande Velde diese Maschine erworben hatte, fehlte ihr der vernickelte Umdrehungszählwerk Löschknopf.

Der ursprüŸnglich fehlende Löšschhebel des UmdrehungszählŠwerks; Bild von Cris Vande Velde, 2014

Als Hobbyschlosser entschied er sich einen neuen Löschknopf für „Mad Max“ auf seiner Drehbank anzufertigen.

Der fehlende Lšöschhebel wird auf einer Drehbank neu angefertigt; Bild von Cris Vande Velde, 2014.
Links, der erfolgreiche neu vernickelte angefertigte Lšöschhebel des UmdrehungszäŠhlwerks; rechts der originale Lšöschhebel des Resultatwerks, als Farbvergleich; Bild von Cris Vande Velde, 2014.
“…and this is the machine ready for packaging to go on its way to the new owner.” Originales Bild und Kommentar von Chris van de Velde, Weihnachten 2014, http://www.crisvandevel.de/MADMAX.htm
“Mad Max”, Sammlung G. Schmid 2017.

Heute kann dieses Weihnachtsgeschenk aus Belgien in Kienberg besichtigt werden.

Ihr seid willkommen „Mad Max“ einen Besuch zu abzustatten !

Vielen Dank an Gérard für diesen Beitrag!

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Madas IXe T Mina

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Heute: die Madas IXe T Mina, vorgestellt von Gérard Schmid

Madas IXe T Mina, Seriennummer 11223, Sammlung G. Schmid 2017

Mit ihrer 9-9-16 Register Ausstattung und ihrer Breite von 64 cm ist die IXe T Mina ein klassisches Beispiel einer „superlangen” Madas von H. W. Egli, Wollishofen. Die gut erhaltene Maschine mit der Seriennummer 11223 dürfte wohl 1928 gebaut worden sein. Mina Rechenmaschinen sind eher selten anzutreffen.

Seriennummer 11223, 1928 (?)

Die Mina könnte das erste Madas Model mit Tastatur sein, das die Firma Egli 1922 mit einem Motor ausgerüstet hat.

Sie wurde im April 1923 an der berühmten Foire de Bruxelles als einer der Höhepunkte in Eglis Madas Ausstellung präsentiert.

Plakat entworfen von dem belgischen Maler Fernand Toussaint (1873-1956)
Eglis Madas Ausstellung an der Brusseller Messe von 1923. Das Bild stammt aus der Dokumenten Sammlung von Michael Lewin, Darmstadt
Links, eine IXe Metallic; rechts eine IXe T Mina. Aus der Dokumenten Sammlung von Michael Lewin, Darmstadt

Auf diesem Archivbild sind ganz vorne die zwei ersten Madas Modelle mit Motoren zu sehen, nämlich die IXe Metallic mit Schieber und die IXe T Mina Mina mit Tastatur. Die Tastatur der Mina ist noch mit den  alten kleinen runden Tasten versehen und die Maschine hat noch kein DIV STOP Taste.

Den Ingenieuren von Egli war das technische Kunstück gelungen, einen elektrischen Motor auf eine handgetriebene lange Madas anzupassen, ohne an der Konstruktion und an den Dimensionen der Maschine etwas zu ändern.

Einzig die Kurbel wurde, genau an ihrer originale Lage, mit einen Druckschalter ersetzt.

Die zwei Schalter der Mina und mein Mitarbeiter

Auffallend bei der elektrischen Madas sind zwei Schalter. Auf dem Motor steuert der elektrische Hauptschalter aus Porzellan die drei Betriebsoptionen der Maschine. Rechts der Tastatur steht der Druckschalter. Seine Funktion ist die Rechenzyklen auszulösen und automatisch zu unterbrechen.

Die auffallende, rote DIV STOP Taste, ein Merkmal von allen elektrischen Madas nach 1927

1927 führte Egli systematisch bei allen motorbetriebenen langen Madas eine Division Unterbrechungstaste ein, mit der Bezeichnung DIV STOP. Bei Maschinen mit einer DIV STOP Taste bleibt der Betriebsschalter beim Drücken im Division Modus, automatisch in der eingeschalteten Lage, bis der Divisionsvorgang fertig ist, insofern man nicht auf die DIV STOP Taste drückt.

Um eine automatische Division bei elektrischen Maschinen vor 1927 durchzuführen, musste man den Betriebsschalter mit einer Sperrklinge manuell verriegeln. Er konnte aber jederzeit während der Division entriegelt werden, um die Division zu unterbrechen. Die Einführung der DIV STOP Taste machte den Unterbruch der Division viel eleganter.

 

Ein Betrieb Schalter vor 1927 mit der Division Sperrklinge. Links, die Ruhestand Position; rechts ist der gedrückte Schalter während der Division verriegelt. Bilder aus einer VIIe T Miss mit Seriennummer 8829, Sammlung G. Schmid 2017
Der Postenzähler der Mina, eine Ausstattung, die nur auf bestimmten Madas anzutreffen ist

Die Zahl 1 der ersten linken Zahlenkolonne der Tastatur kann durch das Rotieren des Postenzählers ständig in der gedrückten Stellung gehalten werden. Dies erlaubt die Anzahl Additionen, ab der neunten Stelle des Resultatregisters aufzuzählen.

Seitenblick auf die Mina. Der Motor und die Transmissionsriemen sind durch Deckel mit Rändelmuttern geschützt
Der elektrische Antrieb der Mina

Das elektrische Triebwerk ist als kompakter, leicht zerlegbarer Block konzipiert. Es ist mit zwei M8 Schrauben an einer 10 mm dicken Aluminium Platte auf der inneren Seite der Verschalung einfach fixiert.

Der 90 Jahre alte Lederriemen der Mina hat bis heute nie versagt!
Die integrierte Fliehkraft Bremse und der zweipolige (!) elektrische 220 Volt Anschluss
Der einheitliche Motorblock der IXe T Mina 11223

Der Motorblock besteht aus einem 250-300 U/min Synchronmotor mit integrierter Zentrifugalbremse, einem Porzellan Hauptschalter, einer elektrischen Verteilungsbüchse und einer Zunge mit zwei Kupferkontaktklingen. Der elektrische Strom wird am hinteren Teil der Zunge angesteckt.

Die Kontakt Kupferplatte

Beim Drücken auf den Betriebsschalter wird eine Kupferplatte, die auf der Zyklussteuerstange fixiert ist, von 45 Grad nach unten gekippt. Die beiden Kupferklingen der Zunge werden kurzgeschlossen. Der Motor wird eingeschaltet bis die Kupferplatte am Ende des Rechenzyklus wieder nach oben kippt.

Dreisprachiges elektrisches Schema von 1923

Die elektrischen Madas waren mit einem Schaltungsschema geliefert, das üblicherweise im Deckel der Maschine angebracht war.

Aus dem Schema ist ersichtlich, dass der Hauptporzellanschalter drei Betriebsoptionen erlaubt. Der Motor kann ausgeschaltet bleiben, konstant laufen oder in Wartezeit bleiben, bis er vom Betriebsdrückschalter an der Tastatur aktiviert wird.

Madas IXe T Mina, Seriennummer 11223, Sammlung G. Schmid 2017
Madas IXe T Mina, Seriennummer 11223, Sammlung G. Schmid 2017
Madas IXe T Mina, Seriennummer 11223, Sammlung G. Schmid 2017

Kurz gefasst, mit ihren 64 cm Breite, ihrem Gewicht von 22 kg und ihrem erschreckenden Betriebslärmpegel ist die 9-9-16 IXe T Mina eine der beeindrucktesten elektrischen „Super“ Langen Madas aus den Werkstätten von Wollishofen.

Vielen Dank an Gérard für diesen Beitrag, und Herrn Lewin für das Zur-Verfügung-Stellen der Fotos der Ausstellung!

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Madas VII T Malta

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Heute: die Madas VII T Malta, vorgestellt von Gérard Schmid

Madas VII T Malta, Seriennummer 7691, Sammlung G. Schmid 2017. Tastatur mit den frŸüheren runden kleinen Tasten mit 9.5 mm Durchmesser.
Madas VII T Malta, Seriennummer 7691, Sammlung G. Schmid 2017.  Tastatur Steuertasten, mit 12 mm Durchmesser.

Die ersten Madas von H.W. Egli, Wollishofen, mit voller Tastatur erschienen 1922 auf dem Markt. Die Tastaturen waren mit kleinen runden Tasten versehen, die Egli bereits 1913 bei den Millionär Maschinen angewendet hatte.

Die hervorragend gut erhaltene 9-7-12 VII T Malta mit Seriennummer 7691 dürfte wohl von 1924 stammen und stellt ein eher seltenes Exemplar von einer früheren Madas Tastatur Maschine dar.

Ab 1925 wurden diese runden Tasten, aus vermutlich ergonomischen Überlegungen, durch die klassischen, rechteckigen Madas Tasten systematisch ersetzt.

Als Tastatur Vergleich wird noch eine spätere VII T Malta von 1929, mit Seriennummer 11386, gezeigt.

Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017.  Klassische rechteckige Madas Tasten mit 13.5 mm Breite.
Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017. Tastatur Steuertasten, mit 16 mm Durchmesser.

Die erste Tastatur bei einer Staffelwalzen Rechenmaschine erschien bereits 1906. Es war eine XxX von Seidel & Naumann, Dresden. Die Architektur der Tastatur beruhte auf einer Idee von Arthur Burkhardt (1857-1918), nämlich der Teilung der originalen Leibniz Staffelwalzen in neun Segmente, die selbst neun Zahlräder steuern.

Arthur Burkhardt, Kaiserliches Patentamt, Patentschrift Nr. 189 141, 28. April 1906.

Es ist Egli gelungen, eine noch kompaktere Tastatur zu bauen, indem er die Staffelwalzen nur fünfmal teilte. Vier Segmente davon steuern zwei Zahlen des Resultats Registers. Einzig die Zahl 1 hat ihr eigenes Segment. Vier Zahlräder werden, je nach Zahlauswahl, nach oben oder unten verschoben. Einzig das Zahlrad von der Ziffer 9 wird nur nach unten geschoben.

Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017.                               Die füŸnffach geteilten Staffelwalzen mit ihren fŸünf ZahlrŠädern auf ihren quadratischen Achsen, auf Stellung 0.

Die Schlüsselidee von Egli für die Steuerung der Zahlräder war die Konstruktion eines Übertragungsgitters zwischen der Tastatur und den fünffach geteilten Staffelwalzen.

Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017. †Übertragungsgitter zwischen Tastatur und geteilten Staffelwalzen.

Mit dieser neuen Architektur konnten nicht nur die Länge der früheren Burkhardt Staffelwalzen gekürzt werden, sondern auch die neun Zahlräder auf fünf reduziert werden.

Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017.                       Untere Seite des †Übertragungsgitters.
Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017.                                 Die fŸünf Zahlrad Schieber (2+3) auf der unteren Seite des †Übertragungsgitters.
Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017.                         Obere Seite des †Übertragungsgitters.
Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017. Die fŸünf Tasten Befehls EmpfŠänger auf der oberen Seite des †Übergangsgitters, die, je nach gewŠählter Zahl Wahltaste, nach oben oder nach unten verschoben werden.
Madas VII T Malta, Seriennummer 11386, Sammlung G. Schmid 2017

Mit ihrer genialen Tastatur ging die VII T Malta aus 1922 in die Geschichte der mechanischen Rechenmaschinen ein, als starkes Symbol der höchsten technischen Eleganz und der Robustheit von den bemerkenswerten Maschinen aus Wollishofen.

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Madas IX Maxima

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Heute: die Madas IX Maxima, vorgestellt von Gérard Schmid

Madas IX Maxima, Seriennummer 3842, Sammlung G. Schmid 2017.

Die erste mechanische Rechenmaschine, die eine Division automatisch ausführen konnte, war die 7-7-12 Schieber Madas VII Max von H.W. Egli, Wollishofen. Die Maschine erschien 1913, trug die Seriennummer 3500 und war auf einem Patent von Erwin Jahnz konstruiert.

Sehr früh folgten die Schieber Super Langen Madas mit 60.5 cm Breite, nämlich das Model VIII und die berühmte 9-9-16 IX Maxima.

Die abgebildete IX Maxima trägt die Seriennummer 3842 und gehört zu den Ersten dieser Reihe. Sie stammt wohl von 1915. Wie alle Madas von H.W. Egli, trägt sie auf der Frontplatte die US Patentreferenz von Erwin Jahnz.

Die VII Max und die IX Maxima waren für H.W. Egli echte Erfolgsmaschinen und wurden bis Ende der zwanziger Jahre gebaut!

Madas IX Maxima, Seriennummer 3842, Sammlung G. Schmid 2017.
Madas IX Maxima, Seriennummer 3842, Sammlung G. Schmid 2017.
Madas IX Maxima, Seriennummer 3842, Sammlung G. Schmid 2017.
Madas IX Maxima, Seriennummer 3842, Sammlung G. Schmid 2017.
Madas IX Maxima, Seriennummer 3842, Sammlung G. Schmid 2017.
Madas IX Maxima, Seriennummer 3842, Sammlung G. Schmid 2017.

Vielen Dank an Gérard für diesen Beitrag!

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Webtip: www.madas.ch

Auf madas.ch findet der/die Interessierte eine wunderschöne Vorstellung der Produktion der H.W. Egli A.G.

Betrieben wird die Seite von Herrn Gerald Saudan in Yens, Kanton Wadt. Sie ist auf Englisch verfasst, was wieder eine gute Gelegenheit ist, sich in dieser Weltsprache zu üben.

Der Besuch sei jederman/frau empfohlen.

www.madas.ch

Weitere links zu unserem Fachgebiet finden Sie hier.

Schlittenfahren mit Curt Herzstark

Curt Herzstark (links) und Familie, Wien ca. 1934/36. © StadtFilmWien
Curt Herzstark (links) und Familie, Wien ca. 1934/36. © StadtFilmWien

Wir haben Glück! Das Österreichische Filmmuseum hat auf seiner Webseite ein digitalisiertes Juwel der österr. Privatfilmgeschichte, das auch für unsere Rechenmaschinensammlerfreunde interessant sein wird, veröffentlicht. Es handelt sich um das Filmjournal der Familie Herzstark, gefilmt ca. Mitte der 1930er Jahre.

Hier geht es zum Film: http://stadtfilm-wien.at/film/12/

Tipp: Klicken Sie beim Ansehen des Films auf das kleine Pfeilsymbol im rechten unteren Eck – der Film öffnet sich dann auf volle Grösse. Viel Vergnügen!

Sammlung H.P. Schaub

Aus der Rechenmaschinensammlung unseres Mitglieds Hans Peter Schaub.

Photos: G. Sommeregger 2014

 

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