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Ausstellung „Schlagfertige Typen“ in Karlsruhe

SHBS Vereinsmitglied Lothar K. Friedrich informiert und lädt zu seiner neuen Ausstellung ein. Gratuliere Lothar!

Einladung zu einer außergewöhnlichen Ausstellung in Karlsruhe

Schl@gfertige Typen. Historische Schreibmaschinen im Wandel der Zeiten

(Schreibgeräte von Lothar K. Friedrich) und Obsoleszenz (Fotografien von Robert Bean)

14. November 2014 – 6. Januar 2015

Medialounge

Das @-Zeichen ist zum Symbol weltweiter Erreichbarkeit via E-Mail geworden. Der Erfinder der E-Mail-Adresse, der US-Amerikaner Ray Tomlinson, wählte es im Jahr 1971 als eindeutiges Trennzeichen, da es in der Schriftsprache nicht verwendet wurde.

Erstmals ist die Verwendung des @-Zeichen im Jahr 1555 in Spanien belegt. Spanische Kaufleute nutzten das @ (übersetzt „zu“) zur Verwendung auf Rechnungen. Theorien, wonach es sich bei dem @-Zeichen um die Verschmelzung von „a“ und „d“ handeln könnte, sind nicht von der Hand zu weisen. 1882 wurde das @-Zeichen erstmals in die Tastatur der Schreibmaschine integriert, als der amerikanische Schreibmaschinenhersteller Caligraph das Modell 2 in den USA vorstellte. Anlass hierzu war die Aufforderung des amerikanischen Stenografenvereins, das @-Zeichen als kaufmännisches Kürzel auf die Tastatur zu nehmen.

Die amerikanischen Hersteller von mechanischen Schreibmaschinen waren seit 1864 mit Ende des nordamerikanischen Bürgerkrieges federführend gewesen. Im alten Europa eroberten die amerikanischen Schreibmaschinen mit beginnender Industrialisierung den Markt – aber ohne das @-Zeichen auf der Tastatur. Für den Begriff „zu“ bedienten sich z.B. die deutschen Kaufleute des deutschen Zeichens „á“.

Die Ausstellung „Schl@gfertige Typen“ dokumentiert mit zahlreichen historischen Exponaten des Ludwigsburger Experten Lothar K. Friedrich die Entwicklungsgeschichte mechanischer Schreibmaschinen aus Nordamerika und Europa bis zum Beginn der PC-Ära.

In einer parallelen Ausstellung des kanadischen Fotokünstlers Robert Bean wird ein analytischer Blick auf Mechanik und Schriftbild des aus dem Alltag verschwundenen Schreibgerätes geworfen.

Vom typografischen Ansatz des mechanischen Schriftbildes bis zur Demontage der Einzelteile von Schreibmaschinen setzt sich der kanadische Professor für Fotografie mit seinen künstlerischen Fotografien auseinander. Dabei gehen das maschinengeschriebene Produkt, die Manuskripte, mit den historischen Maschinen selbst eine Wechselwirkung ein. Eine besondere typografische Historie tritt dabei zu Tage.

Seine Fotoserie „Folds and Etudes“ beispielsweise, die zusammen geknüllte Übungsseiten mit der Schreibmaschine zeigen, machen Schrift und Papier gegenständlich. Den lauten Anschlag der Typen imaginierend lässt sich in derübenden Handhabung der Schreibmaschine sogar eine Verbindung zum Erlernen eines Musikinstruments finden.

Lothar K. Friedrich

ist ein unabhängiger Gutachter für historische Schreibmaschinen und hat eine Sammlung von 87 historischen Werken aus den Anfängen der weltweiten Industrialisierung und Büroorganisation (siehe: www.historische-schreibmaschinen-friedrich.de).

Fast 40 Jahre war er Chefredakteur von produktionstechnischen Fachzeitschriften und lange Zeit verantwortlicher Redakteur der Mitgliederzeitschrift „Historische Bürowelt“, herausgegeben vom Internationalen Forum Historische Bürowelt e.V., Essen (siehe: www.ifhb.de). Er ist Kurator z. B. der Ausstellungen „Über Schreiben und Rechnen anno Dazumal“ in Ludwigsburg-Eglosheim vom März bis Dezember 2012, in Königshofen an der Tauber im September 2013 sowie der Ausstellung „Schl@gfertige Typen. Historische Schreibmaschinen im Wandel der Zeiten“ vom November 2014 bis Januar 2015 im ZKM in Karlsruhe.

Robert Bean

Robert Bean lebt als Künstler, Schriftsteller und Kurator in Dartmouth, Nova Scotia in Kanada. Er ist Professor am Nova Scotia College of Art and Design. Seine Werke sind in Einzel- und Gruppenausstellungen in Nordamerika, Europa und Asien vertreten.

Beans Projekte untersuchen kulturelle Fragen, die die Fotografie und die neuen Medien in Relation zu Wahrnehmung, Technology und Sprache aufwerfen. Seine Werke, Publikationen und Präsentationen sind beeinflusst von der Kultur des Verschwindens. Im März 2007 erhielten Bean und sein Mitbewerber Ian Sandler den Auftrag, eine Untersuchung zum Thema “Obsolence and the Culture of Human Invention” (Vergänglichkeit und die Kultur menschlicher Erfindungen) für das Social Science and Humanities Research Council in Kanada durchzuführen.

Robert Bean war 2010 Gastkünstler am Canada Science and Technology Museum in Ottawa. 2011 erhielt er den Auftrag vom CONTACT Photography Festival und dem McLuhan Centre for Culture and Technology, eine Multimedia-Installation mit dem Titel “Illuminated Manuscripts” am McLuhan Coach House an der University of Toronto zu vollenden. Diese Arbeit wurde ebenfalls im Centre Culturel Canadien, in Paris gezeigt. 2012 realisierte Bean eine Installation zum 100jährigen Geburtsjahr von John Cage.

Beans Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter die National Gallery of Canada, die Canada Council Art Bank, die Art Gallery of Nova Scotia und die Donovan Collection am University of St. Michael’s College in Toronto.

Robert Bean wird vertreten von der Circuit Gallery in Toronto, Ontario.

http://www.circuitgallery.com/“